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Angst vor dem Bad Trip?

Das sollte man wissen…

Was ist eigentlich ein Bad Trip?

Die Bezeichnung Bad Trip ist irreführend und muss dringend differenziert betrachtet werden.

1) historisch

Der historische Bad Trip vor dem man sich fürchtet, ist eine Horrorvorstellung aus dem Bereich der synthetischen Drogen der 60er. Damals wurde Strassen-LSD, Hanf, Alkohol, PCP, Ecstasy und was immer grad da war, bunt gemischt und dann auf Parties genommen.

Das Ergebnis waren nicht selten Psychosen, Unfälle, Selbstmorde und Gewaltverbrechen.

So schrecklich das ist, hat es doch gar nichts mit dem natürlichen Psychedelikum zu tun.

2) psychotisch

Der psychotische Bad Trip beruht auf der Vorstellung, dass man etwas nimmt und danach nicht mehr der-/ dieselbe ist. Die Befürchtungen kreisen hier darum, dass man „zu weit“ gehen könnte und nicht den Weg zurück findet.

Es wird zwar immer wieder medial davor gewarnt, dass man sich auch mit Zauberpilzen Schäden zufügen könnte, konkrete Beispiele sind allerdings rar. Zudem findet man in abschreckenden Berichterstattungen grundsätzlich andere Faktoren, wie Alkoholkonsum, Psychopharmaka oder schwerste psychische Störungen.

So wie einem beim Autofahren nicht plötzlich der Kopf abfällt, schadet man sich auch mit Zauberpilzen und Trüffeln niemals „einfach so“. Die Gefahr geht von den falschen Bedingungen aus.

3) emotional

Der emotionale Bad Trip ist die Möglichkeit, dass man starken, bedrückenden Gefühlen begegnet.

Diese Möglichkeit ist durchaus realistisch, aber wird oft fälschlicherweise als ungewollt und zu vermeiden betrachtet.

Erfahrungsgemäss sind es jedoch die intensivsten und „schwierigsten“ Erfahrungen, bei denen es zur grössten emotionalen Lösung und Heilung kommt.

Tränen sind okay – auf sie folgt immer ein Gefühl von Gelöstheit und Erleichterung.

Tripstopper


Die sog. „Tripstopper“ sind Vitamin-C Tabletten, die rein als Placebo wirken.
Wird es „zu heftig“, dienen Tripstopper als Mittel zur Beruhigung.

Die enthaltene Fructose gibt der Bauchspeicheldrüse etwas zu tun, was den Fokus des gesamten Körpergefühls verschiebt. Gleichzeitig erwartet man, dass einem ein Tripstopper helfen soll, den Verlauf des Trips zu mildern. Durch diese Kombination verliert man häufig „den Faden“ und kann sich von ungewollten Gedanken lösen.
Nur, zu welchem Preis?

Gerade wenn es heftig wird wird und Menschen das Gefühl haben, zu sterben („Ego Tod“), alte Traumata „ins Bewusstsein hochsteigen“, hat man genau den Punkt erreicht an dem psychische Wunden klaffen.
Diese jetzt zu verstehen und zu schliessen kann Heilung bedeuten die man auch mit Jahrzehnten der Therapie oft nicht erreicht.

Dies ist kein Augenblick sich abzulenken und „Tripstopper“ zu verlangen, sondern der wichtigste Moment der Erkenntnis für die eigene Heilung.

Durchhalten

Die Hochdosierung ist, rein evolutionär gesehen, eine natürliche Heilmethoden für Menschen.

Je weiter man in die Vergangenheit blickt, desto offensichtlicher ist das Leben voller tödlicher Gefahren, ungeklärter Mysterien und tragischer Verluste für den Menschen.

Eine Sippe von Jägern und Sammlern erfährt Angst ums Überleben und schwere Traumata womöglich tagtäglich und braucht ab und zu heilende Erfahrungen. Netterweise hat die Natur dafür gesorgt, indem sie auf dem ganzen Erdball psychedelische Pilze verteilt hat.

So entwickelte sich das Schamanentum und sicherlich auch die ersten religiösen Vorstellungen der Menschheit.

Eine tiefgreifende psychedelische Erfahrung ist zugleich heilsam und spirituell – aber eben oft auch heftig. Und das soll man verhindern wollen?

Tripsitter

Das Gegenteil eines Tripstoppers ist ein Tripsitter.
Das ist ein Mensch, der weiss, was los ist, und dafür sorgt, daß der Hochdosierte sich nicht verletzt, nicht auf eine Strasse läuft und wenn er emotional aufgewühlt ist, beruhigt wird.

Wer niemanden zum Aufpassen in seinem näheren Umfeld hat, kann sich auch professionelle Hilfe holen, oder die Erfahrung im Rahmen einer geführten Zeremonie angehen.

Nach 6-8 Stunden ist alles vorbei, immer, egal, wie heftig es war.

Und je heftiger es war, um so heilsamer! Wer „bad trips“ hat, muss die Ursachen in der eigenen Psyche suchen. Der Weg zur Heilung besteht darin, die Ursachen der eigenen Ängste und Traumatisierungen zu finden und aufzulösen. Man kann Trauma-basierte Krankheiten nicht heilen, indem man sie ignoriert.

Body Load

Bei richtig hohen Dosen ist ausserdem der Body Load nicht zu vernachlässigen.

Dies ist das Gefühl eines körperlichen Highs, was je nach Person unterschiedlich stark empfunden wird. Es dauert in der Regel 30-90 Minuten an und ist erfahrenen Trippern wohlbekannt als der nunmal zu zahlende Preis für ein psychedelisches Erlebnis.

(Anders als beim Alkohol kommt bei Zaubertrüffeln der Kater zuerst und dauert auch nur sehr kurz an. Dafür fühlt man sich dann hinterher stundenlang blendend.)

Zum Body Load gehören mitunter auch Übelkeit, Magenschmerzen und kalte Extremitäten

Wer stärkere psychedelische Erfahrungen sucht, aber von grossen Mengen Trüffeln Magenprobleme bekommt, sollte zu Zauberpilzen übergehen.

Gleich nochmal?

Toleranz bei der Hochdosierung gibt es im üblichen Sinne, in dem dieser Begriff bei Rauschmitteln verwendet wird, nicht.

Allerdings gibt es eine Art „natürlicher Suchtschutz“. Man kann nicht jeden Tag hochdosieren, weil die Wirkung rapide abnimmt, der Körper ein Enzym produziert, das verhindert, daß die Wahrnehmung weiterhin beeinflusst wird.

Auch dies ist ein cleverer Schutzmechanismus durch die Natur. Ein Mensch der im Wald zu Pilzen greifen muss, um nicht zu verhungern, kann sich nach dem ersten Trip sattfuttern, ohne tagelang ausser Gefecht als Bärensnack auf dem Waldboden zu liegen.

Nach ein paar – maximal sieben – Tagen Pause ist alles wieder auf Anfang und man kann die nächste hohe Dosierung einnehmen, ohne daß die Wirkung schwächer wäre. Rein psychisch gewöhnt man sich an das Gefühl, so daß man seine Angst abbauen kann, ohne die Wirkungsmenge zu vergrößern.

So kann man Schritt für Schritt mehr und mehr nehmen, bis man die Dosis erreicht hat, die der persönlichen Neugier und Entdeckerlust am besten entspricht.

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