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Zaubertrüffel mikrodosieren für Gute Laune

Einer der häufigsten Effekte des Microdosing ist die verbesserte Stimmung.

Die einfachste Erklärung dafür ist, dass Tryptamine in den Zaubertrüffeln mit Rezeptoren für Serotonin interagieren. Dies hebt für gewöhnlich die Stimmung (Studie). Serotonin ist im Volksmund auch bekannt als „Glückshormon“.

Glück ist nicht zuletzt ein Signal für den Körper: Wenn du glücklich bist, lächelst du mehr. Und wenn du mehr lächelst, bist du glücklicher.

Wenn man also mikrodosiert und dadurch bessere Laune hat, kann sich daraus eine Rückkopplungsschleife entwickeln:

Zaubertrüffel Microdosing kann eine positive Rückkopplungsschleife anstossen; bessere Laune, positive Erfahrungen, Selbstsicherheit, positive Erwartungen

Doch dies ist nicht alles.

Mittels fMRI Gehirnscans wurde gezeigt, dass Psilocybin ein ganz bestimmtes Muster in der Hirnaktivität auslöst. Dabei wird die Aktivität der zentralen Kontrollstelle, des sogenannten „Default Mode Network„, gedrosselt.

Erstaunlicherweise geht die Wirkung also nicht mit mehr Aktivität einher, wie bislang vermutet. Stattdessen wird das starre Gerüst der alltäglichen Denkmuster etwas gelockert.

Default Mode Network

microdosing can help dampen the impact of the DMNs criticism

Das DMN ist ein Netzwerk verschiedener Hirnregionen, welche bei gemeinsamer Aktivität bestimmte Denkmuster hervorrufen.

„Default Mode“ kann man auch verstehen als einen Zustand des Stand-by, des Nichts tuns. Wenn das Gehirn keine konkrete Aufgabe zu bewältigen hat, wird in aller Regel das DMN aktiv.

Es ist verantwortlich für Selbstreflektion, die Vorstellung welche wir von uns und der Welt haben. Bei Aktivität des DMN beginnen wir, über uns selbst nachzugrübeln.

Es gibt zwar Theorien, dass dies alles auch sein Gutes hat, immerhin sollten wir wissen, wo wir stehen in der Gesellschaft. Doch das DMN kann immer weiter Geschichten spinnen, ohne Punkt und Komma und ohne ein Ende in Sicht. Häufig mit einem negativen, selbstkritischen, oder auch selbstgerechten Unterton.

„Ich hätte damels nicht dies sagen sollen, sondern jenes. Was bin ich doch für ein Idiot. Nunja, immernoch besser als X. Der hat ja wohl gar keine Ahnung. Ich weiss auch gar nicht, warum ich mit ihm befreundet bin. Immerhin bin ich mir darüber bewusst dass ich Fehler habe, X hält sich für den Grössten. Ich frage mich, ob seine Freundin ihn betrügt. Ohje, das erinnert mich an meinen Seitensprung damals. Was bin ich doch für ein Schwein. Aber ich hatte meine Gründe. Oh, das erinnert mich an….“

Das Default Mode Network

Übrigens ist bei Patienten mit Depressionen häufig eine Überaktivität des Default Mode Network zu beobachten.

Wer die Natur dieser Litanei länger beobachtet, mag dies nicht unbedingt verwunderlich finden. Das permanente bekritteln, auseinandernehmen und relativieren Aller Bekannten und Freunde vermittelt den Eindruck, dass einen Welten von allem und jedem trennen. Entrfremdung und Einsamkeit durch Grübelei.

Microdosing und Mindfulness

„Meditation und Achtsamkeit“ sind Audrücke von denen man förmlich spürt, wie ungern viele Ärzte sie aussprechen. Mit spitzen Fingern werden derartige Wischi-waschi Therapien am Ende der Besprechung eingeflochten.

„Wenn Sie denn wirklich keine Antidepressiva nehmen wollen… versuchen sie es doch mit Yoga oder so.“

Das ist eigentlich schade, denn es zeugt davon, wie oberflächlich Leiden wie Schwermut und Depressionen immernoch verstanden werden.

Mindfulness hat nichts zu tun mit akrobatischen Verrenkungen und gut gepflegten Zimmerpflanzen.

Es geht darum, die Aktivität des DMN einzudämmen und nicht den ganzen Tag eingeschlossen im eigenen Kopf zu verbringen. Dabei kann Microdosing mit magischen Trüffeln glücklicherweise helfen.

Die permanente Kritik des DMN nimmt ab, wenn die entsprechenden Hirnregionen weniger aktiv sind. Dies erreicht Microdosing direkt auf chemischem Wege. Auf Dauer wird die geringere Aktivität des DMN zur Gewohnheit und dank der Plastizität des Gehirns lassen sich positive Effekte somit über längere Zeit ausbauen.

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